Am Freitag geht es zur "Deutschen“!
Nachdem die Hoffenheimer B-Juniorinnen sich erst am Mittwoch in letzter Minute als Vizemeister der Baden-Württembergischen Oberliga für die Süddeutsche Meisterschaft qualifiziert haben, dürfen sie sich seit Sonntag Süddeutscher Meister nennen! Die junge Truppe vom Trainerteam Fürniß/Forscht/Betz konnte beim Turnier in Jungingen bei Ulm mehr als überzeugen und die Meister aus Hessen, Bayern und Württemberg allesamt schlagen.
1899 Hoffenheim nimmt nun erstmals an der Endrunde zur Deutschen U17-Juniorinnen Meisterschaft teil. Ebenfalls hat sich der FC Bayern München für die am Freitag beginnende Endrunde qualifiziert, die in den Sportschulen Hennef und Barsinghausen in zwei Vierergruppen ausgetragen wird. Die jeweiligen Sieger treffen dann eine Woche später im Finale um die Deutsche Meisterschaft aufeinander.
In Jungingen ging es für Hoffe im ersten Spiel gegen den 1. FFC Frankfurt. Die Hessinnen, die ohne den älteren - 1993er-Jahrgang angereist waren, wurden verdient mit 3:0 bezwungen. Lediglich in den ersten Spielminuten zeigten sich die Badenerinnen etwas nervös und kamen nicht richtig ins Spiel. Nach der 1:0 Führung durch Jennifer Schlee in der 22. Minute lief das Spiel aber nur noch auf ein Tor und der 1. FFC war mit dem 3:0 am Ende noch gut bedient. Tabea Rauschenberger und Chiara Müller sorgten für die weiteren Treffer, weitere gute Möglichkeiten konnten allerdings nicht genutzt werden, was schon ein wenig ärgerlich war, da nach dieser Partie klar war, dass Frankfurt auch in seinen beiden weiteren Begegnungen chancenlos sein würde.
Parallel konnte der FC Bayern gegen den VfL Sindelfingen in letzter Minute mit 3:2 gewinnen. Die Württembergerinnen hatten zuvor einen 0:2 Rückstand aufgeholt, am Ende war das Glück aber auf Seite der Bayern.
Bayern München erstmals geschlagen!
Keine zwei Stunden später musste Hoffe schon gegen die Bayern ran. In den letzten vier Jahren gewannen die Münchnerinnen alle ihre Spiele gegen den badischen Rivalen, "Heuer" wie der Münchener sagt, sollte es aber anders kommen.
Schon in der torlosen ersten Spielhälfte hatte 1899 mehr Spielanteile und auch durch Jacqueline Claus die bis dahin größte Torchance, als diese frei auf die Bayern-Torhüterin zulaufen konnte – ihr Schuss aufs lange Eck verfehlte allerdings knapp das Tor.
Bei strömenden Regen nach dem Wechsel packte Chiara Müller ihren „linken Hammer“ aus. Aus etwa 30 Metern Torentfernung schlug das Leder unhaltbar im Torwinkel zur vielumjubelten 1:0 Führung ein (45.). Der FC Bayern drückte Hoffenheim nun hinten rein, ließ aber viel Platz für Konter. Und diese trugen die „Blauen“ sehr gefährlich vor, so dass auch das 2:0 durch Leonie Keilbach folgte. Jennifer Schlee brauchte
Leonie den Ball nur noch rüber legen, nach dem sie auf der rechten Seite auf und davon war.
Weitere Kontermöglichkeiten konnten die 1899er nicht zur Entscheidung nutzen aber der
Anschlusstreffer des FCB kam zu spät. Natürlich war die Freude auf Hoffenheimer Seite nach dem Abpfiff riesengroß aber ihr Ziel erreicht hatten die Mädels noch lange nicht.
Frankfurt unterlag gegen Sindelfingen noch deutlicher mit 1:5
Wieder Endspiel gegen den VfL Sindelfingen
Am Mittwoch hatten sie es in der Entscheidungsrunde bereits geschafft. Mit dem 1:0 gegen den VfL konnte Hoffe zwar nicht den Oberligameistertitel verteidigen, trotzdem sicherte man sich vor dem SC Freiburg das zweite Ticket zur Teilnahme an der Süddeutschen.
Und hier ging es am Sonntag gegen den neuen Meister der EnBW-Oberliga Baden Württemberg wieder um alles – nur waren die Vorzeichen anders.
Ein Punkt reichte Hoffenheim zum Gewinn der Süddeutschen Meisterschaft, eine Niederlage und man wäre zum fünften Mal in Folge auf dem undank
baren dritten Platz gelandet, denn der 4:0 Erfolg Münchens über die jungen Hessinnen war vorprogrammiert.
1899 wollte nicht mit zwei Siegen aufgrund des schlechteren Torverhältnisses Dritter werden und das merkte man dem Team vom Anpfiff weg an.
Bereits nach 80 Sekunden gingen die Kraichgauerinnen durch einen Distanzschuss von Sophie Howard in Führung und nur fünf Minuten später zeigte der Schiedsrichter nach einem Foul an Leonie Keilbach auf den Punkt. Carolin Kraus verwandelte den Strafstoß sicher zum 2:0 und die Meisterschaft war zum Greifen nahe.
Sindelfingen zeigte sich geschockt und Hoffenheim drängte auf die endgültige Entscheidung. In der 10. Minute behinderten sich Leonie Keilach und Claire Savin im Fünfmeterraum gegenseitig und anstatt dem fälligen 3:0 schlug es im Gegenzug auf der anderen Seite ein. Anika Schmid besorgte den Anschlusstreffer und der VfL hatte noch reichlich Zeit das Spiel für sich zu entscheiden.
Sollte es wieder so laufen wie die vergangenen Jahre? Nein! Das ganze Hoffenheimer Team fightete und hielt den Gegner durch aggressives Pressing im Mittelfeld vom eigenen Gehäuse weg. Mit 2:1 wurden so zum letzten Mal in Jungingen die Seiten gewechselt.
Die Württembergerinnen hatten nicht mehr viel entgegenzusetzen und als Leonie Keilbach nach einem tollen Solo von Claire Savin das 3:1 markieren konnte, war klar, dass die Mädels sich den Sieg nicht mehr nehmen lassen würden. Der erneute Anschlusstreffer kam viel zu spät und kurz darauf der Schlusspfiff.
Mit diesem war klar – die TSG 1899 Hoffenheim ist neuer Süddeutscher Meister bei den U17-Juniorinnen und der VfL Sindelfingen belegt den undankbaren 3. Platz hinter den Bayern und vor dem 1. FFC Frankfurt.
Nach lang anhaltendem Jubel nahm Spielführerin Tabea Rauschenberger freudestrahlend den Siegerwimpel von Gisela Gattringer, Vorsitzende des DFB-Mädchenfußball-Ausschusses, entgegen.
Herzlichen Glückwunsch an alle Spielerinnen und an das gesamte Trainerteam. Ihr habt tolles geleistet und wer weiß was noch kommt? Der FC Bayern will Deutscher Meister werden und ihr habt sie geschlagen!
Die Süddeutsche Meisterschaft gewannen: Martina Tufekovic, Jana Rippberger, Chiara Müller, Carolin Kraus, Svenja Lüdtke, Sophie Howard, Tabea Rauschenberger, Jacqueline Claus, Selina Hünerfauth, Leonie Keilbach, Claire Savin, Jennifer Schlee, Miriam del Brio, Burcu Emre, Maria Ansmann, Stefanie Klug, Tamara Utz, Samira Maaß und die Trainer Frank Fürniß, Lena Forscht, Tarek Betz.
Die Resultate: VfL Sindelfingen – FC Bayern München 2:3, 1899 Hoffenheim – 1.FFC Frankfurt 3:0, FC Bayern München – 1899 Hoffenheim 1:2, 1.FFC Frankfurt – VfL Sindelfingen 1:5, FC Bayern München – 1.FFC Frankfurt 4:0 und VfL Sindelfingen – 1899 Hoffenheim 2:3.
Wie und wo es für die Mannschaft am Freitag weitergeht, wird vom DFB am Montag mitgeteilt. Sicher ist, dass man sich mit dem Meister aus Südwest und den Zweiten aus dem Westen und Norden auseinandersetzen darf. Haut rein Mädels!
Weitere Bilder sind bei bei Aktuell/Fotos ersichtlich.