"Wiedersehen bei Freunden"
Kanada oder Deutschland? Wer würde die Frauen-WM 2011 ausrichten? Die Entscheidung des Weltverbands gab FIFA-Präsident Joseph S. Blatter am Dienstag um 15.12 Uhr in Zürich bekannt.
Zuvor hatte der DFB am Mittag seine Bewerbung in einer 15-minütigen Präsentation, die von ARD-Journalistin Monica Lierhaus moderiert worden war, vorgestellt. Zu Wort kamen auch die Weltmeisterinnen Birgit Prinz und Fatmire Bajramaj. Es folgten noch einmal nahezu endlose Minuten bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses. In einer Videoeinspielung wurden kurz nach 15 Uhr die Höhepunkte der vergangenen Weltmeisterschaften gezeigt. FIFA-Präsident Joseph S. Blatter öffnete danach den Umschlag mit dem "Sieger". Auf dem Kärtchen deutlich lesbar stand "Deutschland"!
Sinsheim möglicher Austragungsort
Nun hat auch die
Stadt Sinsheim mit der neuen Arena beste Chancen einer der Austragungsorte zu sein. Derzeit sind noch zwölf Städte im Rennen. Im Frühjahr 2008 entscheidet der DFB, in welchen Stadien WM-Spiele zu sehen sein werden. Die letztendliche Anzahl der Spielorte hängt auch von der Anzahl der teilnehmenden Mannschaften am WM-Turnier 2011 ab. Es ist sehr gut möglich das 24 Teams, acht mehr als bei der diesjährigen WM in China, um den Weltmeistertitel kämpfen werden.
Stimmen zur WM-Vergabe
DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger: "Das ist eine ganz große Ehre für uns. Das Land, die Menschen, die Regierung, der DFB, einfach alle freuen sich auf diese Aufgabe. Der Ball ist endlich auch für die Mädchen da. Wir versprechen, nicht nur die WM 2006 nachzuahmen, sondern eine WM zu organisieren, die von Fairness, Anerkennung und Respekt lebt. Unser Dank gilt auch Kanada, dass die WM sicherlich genauso großartig ausgerichtet hätte, wie wir es versuchen werden."
Frauen- und Familienministerin Ursula von der Leyen (vor Ort): "Das ist eine großartige Chance für ein begeistertes Frauenfußball-Land wie Deutschland. 2011 werden wieder Freunde zu Gast sein."
Birgit Prinz: "Ich freue mich auf die WM 2011 in Deutschland", so Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz. "Das wird für alle Teilnehmer ein tolles Event."
Fatmire Bajramaj:"Wir werden die Leute nicht enttäuschen. Wie immer seid ihr zu Gast bei Freunden."
Nadine Angerer: "Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir gute Gastgeber sein werden. Ich habe jetzt schon das Gefühl, dass die Nation einfach Bock auf dieses Turnier hat. Wir haben tolle Stadien, in denen tolle Stimmung herrschen wird. Die WM 2011 wird eine große Sache."
Melanie Behringer: "Der DFB hat bei der WM 2006 gezeigt, wie gut er ein solches Turnier organisieren kann. Und mit diesen Erfahrungen sind beste Voraussetzungen für ein weiteres Fußballfest gegeben."
Babett Peter: "Es wäre das Größte für mich, bei der WM 2011 im eigenen Land spielen zu dürfen. Das ist eine Chance, die man normalerweise nur einmal in der Karriere erhält. Ich kriege jetzt schon Gänsehaut, wenn ich mir vorstelle, wie die Stimmung in den Stadien bei unseren Spielen sein wird."
Ariane Hingst: "Das ist eine riesige Sache, dass die WM 2011 in Deutschland stattfindet. Das ist eine große Chance für den Frauenfußball, weil jetzt vier Jahre Zeit sind, um dieses Turnier vorzubereiten. In dieser Zeit wird der Frauenfußball im Fokus des Interesses stehen, ihm wird hierzulande eine Aufmerksamkeit zu teil werden wie nie zuvor. Das wird eine ganz spannende Zeit werden."
Sandra Minnert: "Auch wenn ich jetzt meine Karriere in der Nationalmannschaft beende, freue ich mich unheimlich. Ich fiebere dieser WM jetzt schon entgegen. Das wird ein großartiges Ereignis. Die Infrastruktur ist perfekt, wir haben moderne Stadien, kurze Fahrtwege. Die Voraussetzungen sind gut, die WM 2006 noch in frischer Erinnerung, ich hoffe, dass diese Begeisterung wieder aufkommen wird."
Kerstin Stegemann: "Das ist wunderbar, dass wir die WM bekommen haben. Das gönne ich vor allen Dingen den jungen Spielerinnen. Aber darüber dürfen wir nicht vergessen, dass wir in den kommenden Jahren noch andere große sportliche Ziele haben wie die Olympischen Spiele 2008 in Peking oder die Europameisterschaft 2009 in Finnland."
Silvia Neid: "Ich freue mich sehr, dass wir den Zuschlag erhalten haben. Eine Weltmeisterschaft im eigenen Land bestreiten zu dürfen, ist eine einmalige Angelegenheit. Ich hat von Anfang an ein gutes Bauchgefühl. Wir haben eine sehr gute Bewerbung abgegeben und schon damit gezeigt, wie professionell wir diese WM angehen. Dieses Turnier bietet die Chance, einmal mehr Werbung für den Frauenfußball zu machen, unseren Sport national und international weiter voran zu bringen. Dieser Herausforderung sind wir uns bewusst, wir wissen, dass viel Arbeit vor uns liegt, aber wir stellen uns ihr gerne."
Joachim Löw: "Ich freue mich besonders für meine Trainerkollegin Silvia Neid und ihr Team, dass sie die seltene Möglichkeit bekommen, eine Weltmeisterschaft vor heimischer Kulisse zu spielen. Ich bin überzeugt, dass die WM in Deutschland wie schon im Sommer 2006 ein großes Fest für alle wird und die tolle Stimmung im ganzen Land der Frauen-Nationalmannschaft helfen wird, den angestrebten Titel-Hattrick tatsächlich zu schaffen."