Wiedergutmachung in Bad Neuenahr geglückt
Die Frauen von 1899 Hoffenheim haben das Siegen nicht verlernt und am zehnten Spieltag der 2. Bundesliga den achten Sieg eingefahren. Beim SC 07 Bad Neuenahr II sicherte sich dieElf von Trainer Jürgen Ehrmann einen 3:1 (1:0)-Sieg. In der Tabelle liegt Hoffenheim weiterhin drei Punkte hinter dem VfL Sindelfingen.
Nach der Niederlage im Spitzenspiel gegen Sindelfingen reagierte Ehrmann und stellte die Mannschaft auf drei Positionen um. Christine Schneider und Janina Meißner nahmen zunächst auf der Bank Platz. In die Startelf rückten Susanne Hartel und Tabea Rauschenberger. Ebenso wie Theresa Betz, die erstmals nach ihrer Verletzung wieder von Beginn an spielte. Das Spiel der vergangenen Woche war verdaut, 1899 zeigte Reaktion und Willen und riss das Spielgeschehen von Beginn an an sich.
Torchancen waren zunächst allerdings Mangelware, weil Bad Neuenahr die Räume eng machte und kompakt verschob. Für Hoffenheim war es damit schwierig, gefährlich vor das Tor der Gastgeberinnen zu kommen. Der Wille war da, in der achten Minute hatte Christina Arend die Führung auf dem Fuß. Ihr Schuss wurde von Torhüterin Tina Gadziala aber entschärft und Bad Neuenahr konnte auf der Linie klären. Die Gastgeberinnen beteiligten sich nicht am Spielgeschehen, sondern kümmerten sich hauptsächlich darum, den Ball vom eigenen Tor wegzuhalten. Bei Kontern waren sie aber immer wieder gefährlich. Eine erste kleinere Möglichkeit ergab sich in der elften Minuten nach einem Fehlpass von Selina Hünerfauth. Nach einer Viertel Stunde fast das 1:0 für Hoffenheim. Chantal Fuchs nahm sich vom 16er-Eck ein Herz und hielt aufs Tor, Hartel hielt den Kopf hin, stand dabei aber knapp im Abseits. Hoffenheim machte weiterhin Druck und wurde in der 22. Minute dafür belohnt. Rauschenberger, die sich zuvor bereits mehrere Male im Eins gegen Eins versucht hatte, konnte im Stafraum nur noch mit einem Foul gestoppt werden. Schiedsrichterin Corinna Feldmann entschied auf Elfmeter, den Fuchs zum 1:0 versenkte. Kurz darauf musste Feldmann erneut eine Situation im Bad Neuenahrer Strafraum beurteilen. Hartel lag nach einem Foul am Boden, ihr Fall war aber wohl zu theatralisch, so dass die Schiedsrichterin nicht auf den Punkt zeigte. Bis zur Pause kontrollierte Hoffenheim die Partie, hatte aber keine großen Chancen mehr.
Hoffenheim weiter druckvoll
In den zweiten 45 Minuten entwickelte sich das gleiche Spiel. Bad Neuenahr wurde trotz des Rückstandes nicht offensiver. Weil Hoffenheim die ersten zehn Minuten in Hälfte zwei aber verschlief, gelang den Rheinländerinnen der Ausgleich. Franziska Wendel setzte sich gegen Leonie Pankratz durch und erzielte das 1:1 (56.). Kristina Kober war dabei chancenlos und auf der Hoffenheimer Bank fragte man sich, ob dem Tor nicht ein Foul an Pankratz vorausgegangen war. Anders als gegen Sindelfingen zeigte die Truppe aber eine sehr gute Reaktion und drehte das Blatt wieder um. Bad Neuenahr wurde unter Druck gesetzt und fand kaum mehr einen Weg aus der eigenen Hälfte. Wenige Sekunden vor der Auswechslung von Arend wäre ein weiterer Elfmeterpfiff fällig gewesen. Arend war bereits an Keeperin Gadziala vorbei und wurde dann gefoult. Der Pfiff der Unparteiischen blieb allerdings aus, die erneute Führung wurde verschoben. In den letzten zehn Minuten folgte dann der Auftritt von Jennifer Schlee. Seit ihrer Einwechslung in der 64. Minute hatte die 16-Jährige auf der rechten Seite viel Dampf gemacht und sollte sich später mit zwei Toren belohnen. Der Schussversuch der ebenfalls eingewechselten Schneider wurde noch abgeblockt, beim Abschluss von Schlee war die gesamte Defensive der Gastgeberinnen allerdings chancenlos. Vom 16er-Eck hatte Schlee abgezogen und der Ball flog wie ein Strich zum verdienten 2:1 in den Winkel (80.). Bevor Schlee ihren zweiten Treffer erzielte, hätte es nach einem klaren Foul an Janina Meißner erneut Strafstoß geben müssen. Doch auch hier blieb der Pfiff aus. Das 3:1 fiel vier Minuten vor Schluss. Schlee stand nach einem Abpraller goldrichtig und schob diesen ins lange Eck. Danach passierte nichts mehr. Hoffenheim jubelte über einen hoch verdienten Sieg. Erfreulich war, dass die Ehrmann-Truppe nach der Enttäuschung am vergangenen Wochenende Reaktion zeigte und den Anschluss an Tabellenführer Sindelfingen nicht verpasste.
Am kommenden Wochenende, 27. November um 14 Uhr steht das letzte Hinrundenspiel gegen den FC Bayern München II an im Ensinger Stadion in St. Leon an. Die Münchnerinnen stehen nach ihrem Erfolg über den 1. FC Saarbrücken auf dem vierten Platz und sind die einzige Mannschaft, gegen die Hoffenheim in der 2. Liga noch nicht gewinnen konnte. In der letzten Saison trennten sich die beiden Teams zwei Mal unentschieden.
1899 Hoffenheim: Kober, Fuchs, Savin, Breitner (76. Meißner), Arend (64. Schlee), Rauschenberger (76. Schneider), Hünerfauth, Betz, Pankratz, Hartel, Howard
Tore: 0:1 Fuchs (21.), 1:1 Wendel (56.), 1:2 Schlee (80.), 1:3 Schlee (86.)