Seit Anfang September geht es zügig voran
Am Sentnerweg in St. Leon-Rot sind Anfang September die ersten Bagger angerollt. Direkt neben der Anlage des VfB St. Leon entsteht das Dietmar-Hopp-Jugendförderzentrum für Mädchen- und Frauen-Fußball. Derzeit wird noch der Boden planiert, doch noch im Oktober soll der Rollrasen für das erste von zwei Spielfeldern verlegt werden.
Optimale Bedingungen nicht nur für talentierte Spielerinnen
„Die Frauen und Mädchen werden hier optimale Trainingsbedingungen vorfinden“, freut sich Ralf Zwanziger, der für den Hoffenheimer Mädchen- und Frauenfußball verantwortlich ist und das Jugendförderzentrum in St. Leon-Rot leitet. Denn zusätzlich zu den beiden Sportplätzen entsteht hier noch ein Funktionsgebäude mit vier Umkleideräumen und Nassbereichen, Geschäftsräumen, einem Schulungsraum, sowie einem großen Gymnastikraum, den nicht nur die Spielerinnen von 1899 Hoffenheim nutzen werden, sondern auch der Anpfiff-ins-Leben-Partner FortSchritt Walldorf, um mit bewegungsbehinderten Kindern entsprechende Übungen zu absolvieren.
Ein solches Jugendförderzentrum für Frauen und Mädchen dürfte in Deutschland fast einmalig sein. Nicht einmal der 1.FFC Frankfurt, das Nonplusultra im deutschen Frauen-Fußball, verfügt über solch gute Bedingungen für seine Teams.
Ganzheitliche Weiterbildung für Mädels und Jungs
Warum aber ein Förderzentrum für Mädchen? Ganz einfach: Jugendförderkonzept bedeutet nicht automatisch Jungenförderkonzept. „Auch die Mädels der Region sollen in den Genuss einer optimalen ganzheitlichen Förderung kommen“, sagt Zwanziger und betont, dass mit Hilfe bereits bestehender Partner der Zentren in Walldorf und Zuzenhausen auch die anderen Anpfiff-ins-Leben-Komponenten Schule/Beruf/Soziales hier zum Tragen kommen werden. Aber auch die Junioren vom VfB St. Leon sollen natürlich die Möglichkeit bekommen, an den Fördermaßnahmen teilzuhaben.
Das Interesse ist groß. Die rund 170 TSG-Mädchen kommen schon jetzt sowohl aus dem hinteren Odenwald als auch aus dem Raum Pforzheim nach St. Leon und verteilen sich inklusive der Frauen auf insgesamt elf Mannschaften. Ende Herbst soll der erste Platz samt Flutlicht eingeweiht werden. Das zweit Spielfeld, hier wird der Rasen gesät, soll in einem Jahr so weit sein. Die bereits bestehenden Sportplätze des VfB St. Leon werden derweil weiterhin von den Hoffenheimer Mädchen und Frauen mit benutzt, wie auch im Gegenzug der VfB von den neuen Anlagen des Jugendförderzentrums profitieren wird. Beide Vereine leben hier schon seit geraumer Zeit problemlos zusammen, das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.
Vielleicht auch Trainingsort für WM-Teilnehmer?
Ralf Zwanziger schaut den B-Juniorinnen, dem amtierenden Meister in der EnBW-Oberliga Baden-Württemberg zu. Dann schweift sein Blick über den Zaun. Er kann sich schon genau ausmalen, wie es am Sentnerweg bald aussehen wird. Er freut sich auf den großen Betrieb und darauf, den weiblichen Talenten der Region beste Entwicklungsmöglichkeiten bieten zu können.
Für die anstehende Frauen-WM 2011 in Deutschland befindet sich das Dietmar-Hopp-Jugendförderzentrum in St. Leon-Rot in der engeren Auswahl der Bewerber, die sich als Trainingsstandort für die in Sinsheim spielenden Mannschaften angeboten haben.