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Frauenfußball-Archiv TSG 1899 Hoffenheim · Frauen-Bundesliga

23. Mai 2008

1. Halbfinale: 1899 II - KSC 4:3 n.V.

Datum
Begegnung
1. Halbfinale: 1899 II - KSC
Ergebnis
4:3

"Diese drei Euro Eintritt haben sich mehr als gelohnt" resümierte ein unparteiische Zuschauerin Mitte der 2. Halbzeit der Verlängerung. "Jetzt ist das Spiel sicher entschieden", fügt sie begeistert hinzu, als Sabine Stoller zehn Minuten vor dem Abpfiff das 4:2 für Hoffenheim erzielte. Auch wenn bei Frauenspielen normalerweise kein Eintritt verlangt wird, dies war beim Halbfinale vom bfv so vorgeschrieben, hat sich ihr Kommen sicher gelohnt. Entschieden war die Partie aber noch nicht, denn der KSC konnte zwei Minuten vor Spielende noch mal auf 3:4 verkürzen und die Spannung bis zum Ende der Partie hoch halten.

Was war passiert? Lange hat man bei "Hoffe" auf das 1. Halbfinale am Donnerstag im Hoepfner-Cup hingefiebert. Das Landesligateam wurde natürlich den Regeln entsprechend mit Spielerinnen der Verbandsligamannschaft und der B-Juniorinnen verstärkt, um dem Regionalligist Paroli bieten zu können.

So war es dann auch. Vom Anstoß weg, kann sich Veronika Hafke über links durchsetzen und ihre flache Hereingabe verwandelt Lisa Schön zum viel umjubelten 1:0 für Hoffenheim. Nur sieben Minuten später lässt Christine Schneider, nach schönem Zusammenspiel mit Lena Forscht, zwei Gegnerinnen stehen und erhöht aus 17 Metern zum 2:0.

Die Karlsruherinnen, sichtlich geschockt, schaffen es in der Folgezeit 1899 vom Tor fernzuhalten, Hoffenheim kontrolliert aber das Spiel bis zur Pause. Zehn Minuten vor dem Wechsel hätte die sehr gut spielende Yesim Demirel (Foto, rechts) die Vorentscheidung erzielen können, doch die glänzend aufgelegte Tanja Bacher im KSC-Gehäuse pariert ihren Schuss aus kurzer Distanz glänzend und hält ihr Team im Spiel.

Deutlich engagierter kommen die Fächerstädterinnen aus der Kabine und drücken den Gegner in die eigene Hälfte. Hoffenheim beschränkt sich auf Kontor und ein solcher hätte nach 58 Minuten wieder die endgültige Entscheidung bringen können. Die Zwillinge Jessica und Veronika Hafke spielen sich mustergültig über links durch und Jessis tolle Flanke findet mit Lisa schön eine Abnehmerin. Ihr Kopfball aus fünf Metern kann Bacher aber wieder parieren und Karlsruhe weiter im Spiel halten.

Die werden jetzt stärker und kommen nach einer Stunde zu ihrer ersten Großchance. Nach einer Unsicherheit ist Laura Krieger im 1899-Kasten aber zur Stelle. Mehr Chanchen nun beim KSC und 12 Minuten vor Spielende dann der schön herausgespielte Anschlusstreffer durch Melina Kustermann.

Auf Hoffenheimer Seite plötzlich Nervenflattern aber dennoch die wiederholte Gelegenheit zur Entscheidung und diese gleich dreifach. Doch Tanja Bacher kann wiederholt abwehren und der zweite Nachschuss geht knapp am Tor vorbei.

So kommt es wie es scheinbar kommen muss. Noch vier Minuten sind auf der Uhr als es zu einer "Kerze" im 1899-Strafraum kommt und  Melissa Zweigner aus fünf Metern zum 2:2 einköpfen kann.

Der Sportclub, nun scheinbar auf der Siegerstraße, kommt schnell zur ersten Großchance in der Zusatzspielzeit. Doch Laura Krieger kann den Flachschuss mit dem Fuß abwehren und kurz darauf hat sie das Glück des Tüchtigen, als Karlsruhe nur knapp das Gehäuse verfehlt. So langsam besinnen sich die 1899er aber wieder auf ihre Offensivequalitäten und kurz vor dem letzten Seitenwechsel spielt sich die eingewechselte Sabine Stoller schön über rechts durch und findet eine Abnehmerin. Yesims Versuch geht zwar an der Torhüterin aber auch knapp am langen Pfosten vorbei.

Die TSG aber auch nach der letzten kurzen Pause weiter im Vorwärtsgang und in der 108. Minute ist Vroni Hafke (Foto, links) plötzlich frei vor dem Tor. Endlich kann Bacher zum 3:2 überwunden werden. Wieder großer Jubel beim jungen Team aus Hoffenheim, doch noch sind einige Minuten zu spielen.

Sabine Stoller scheitert zunächst, als ihr Heber über das leere Tor geht. Doch acht Minuten vor dem Abpfiff kann sie mit einem tollen 16-Meter-Schuss in den linken Torwinkel das 4:2 markieren. Wie auch die begeisterte Zuschauerin, dachten nun wohl alle "das war es dann wohl". Zurecht, der KSC kann zwar noch einmal auf 3:4 verkürzen, doch in der langen Nachspielzeit der Verlängerung kommt es zu keiner weiteren Möglichkeit und verdient geht Hoffenheim als Sieger dieses tollen Halbfinales hervor, welches eine große Werbung für den Frauenfußball war.

Der Jubel bei den Hoffenheimerinnen war natürlich grenzenlos. Im 2. Halbfinale am kommenden Mittwoch, um 19.30 Uhr in St. Leon, kann das Verbandsligateam gegen Ziegelhausen-Peterstal das reine Hoffenheimer Finale und somit die Teilnahme am DFB-Frauenpokal festmachen.

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Der Eintrag hält die Partie der Saison 2007/08 fest. Die Paarung steht in der überlieferten Überschrift; der Gegnername ist daraus nicht eindeutig als eigener Eintrag zu lösen, deshalb steht hier keine Gegnerübersicht. Angetreten ist die zweite Mannschaft, nicht die Bundesligamannschaft.

Eingeordnet ist die Partie im Monatsverzeichnis des Archivs sowie im Gesamtarchiv der Spielberichte. Die Mannschaft, die hier antrat, hat im Archiv eine eigene Mannschaftsseite. In welcher Spielklasse die TSG 1899 Hoffenheim zu dieser Zeit spielte und wie der Weg von dort in die Bundesliga verlief, steht in der Vereinshistorie; den Aufbau der Ligen darunter erklärt das Ligasystem im Frauenfußball.

Wo dieser Eintrag kein Ergebnis nennt, ist keines überliefert. Der Bestand gibt wieder, was die zeitgenössischen Veröffentlichungen hergeben — Paarung, Wettbewerb, Datum und, wo genannt, Torschützinnen mit Minute. Geschätzt oder ergänzt wird nichts, weil eine plausible Zahl in einem Archiv schlechter ist als eine offene Stelle. Die laufende Saison steht dagegen vollständig zur Verfügung: die Tabelle und der Spielplan der Frauen-Bundesliga werden einmal erhoben und seither unverändert.

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